Braucht diegene Welt Komplettlösungen?

Braucht diegene Welt Komplettlösungen?

Gegen sparrenboom Endgegner fehlt diegene richtige Tactiek? Stropdas Level verwirrt, der Spieler ist verloren? Sogenannte Walkthroughs aus dem Netz helfen auf dem Weg voran – nochtans nicht jeder Gamer will sie nutzen.

Nein

zur Komplett­lösung!

Keine Macht sparrenboom Walkthroughs!

“Wir betrügen und schmeicheln niemanden durch so feine Kunstgriffe mits uns selbst”, stropdas wusste schon Schopenhauer. Bewiesen haben stropdas vor einigen Jahren Wissenschaftler an der Yale University durch Tests an Vierjährigen und Kapuzineraffen. Dabei braucht es weder Schopenhauer noch drollige Äffchen, um nachzuweisen, dass uns Menschen ein Hang zum Selbstbetrug zogenaamde angeboren ist. Es genügt, einen Blick auf diegene beliebtesten Gamer-Webseiten zu werfen. Ganz oben mit dabei: “IGN” und “GameFAQs” – willkommen ter der Hölle der Walkthroughs!

Komplettlösungen sind so altstem wie Computerspiele selbst und voorman mit dem Medium verwachsen wie bösartige Tumorgewebe. Obendrein quillt stropdas Internet über vor diesen besserwisserischen Textwüsten, diegene sich so synoniem lesen wie Beipackzettel für Aspirin Plus C. Ja sogar für Entwickler gehört es zum guten Ton, ganze Lösungsbücher zu veröffentlichen. Es wird einem geradezu leicht gemacht, ein Spiel so schnell wie irgend möglich hinter sich zu bringen.

Denn wer hat schon Zeit, sich Spielmechaniken und -prinzipien zu erschließen oder länger mits zehn Minuten an einem Rätsel herumzudoktern? Warum also darauf verzichten? Machen ja weliswaar alle – zumindest ein bisschen. Ganz einfach: Weil man andernfalls stropdas Spiel genauso gut ungespielt ter diegene Tonne schudden könnte.

Wer sich nicht an diegene Regeln hält, ist ein Spielverderber – stropdas wissen wir seit dem Kindergarten. Wenn Gamer*invordering aber mits einzige Moralinstanz vor dem Bildschirm sitzen und zocken, geht unmittelbarer Fortschritt plötzlich über alles. Nochtans wer zum Lösungsbuch greift – vom SNES-“Spieleberater” bis hin zum “Fallout 4”-Walkthrough -, verwehrt es sich, virtuelle Welten auf eigene Faust zu erkunden, Spielmechanik und Rätsellogik durch wiederholtes Trial-and-Error selbst zu erschließen – ohne Fremdeinwirkung.

Wer sich an diegene Hand nehmen und durchs Spiel navigieren lässt, kommt zwar schneller ans Ziel, hätte aber genauso gut diegene Zeit mit einem zwölfteiligen Let’s-Play verschwenden können. Bei einer Fahrt von Hannover ter sparrenboom Ruhrpott mogen so eine Navigations-Hilfe blutdrucksenkend sein, im Fall des Adventure-Games “Myst” führt sich stropdas Spiel mit seinem Lösungsbuch jedoch selbst ad absurdum. Mit Landkarten ausgestattet, gleicht stropdas mysteriöse Insel-Abenteurer nämlich eher einer Sightseeing-Tour auf Helgoland.

Stropdas Fatale daran: Spieler*invordering werden auf “Instant Gratification” getrimmt, diegene Befriedigung durch permanenten Fortschritt; sie werden zu Walkthrough-Junkies. Mits Zuschauer ihrer selbst hangeln sie sich passiv von Level zu Level. Ohne es zu merken, gehen sie sich dabei selbst auf sparrenboom Leim. Und am Ende des Spiels wartet ein bitterer Beigeschmack und stropdas beschämende Gefühl, sich selbst um eine Spielerfahrung betrogen zu haben. Wasgoed nützt es zu wissen, dass “The Stanley Parable” 19 verschiedene Enden hat?

Stropdas Hochgefühl, ein kniffliges Rätsel geknackt, ein Easter Egg gefunden, einen Gegner besiegt und durch diegene eigens erkämpfte Tactiek stropdas nächste Level erreicht zu haben, bleibt zweifellos auf der Strecke.

Nochtans nicht immermeer liegt es an sparrenboom ungeduldigen Gamer*invordering. Oft liegt es an mangelhaftem Spel-Vormgeving oder der sadistischen Bloedader eines Entwicklers, dass einige Puzzles durch unsinnige Kombinierspielchen jeglicher Logik entbehren und nahezu unlösbar bleiben. Man denke nur an Moon-Logic-Puzzles wie sparrenboom Rohrzangen-Affen ter “Monkey Island 2”, stropdas Ziegenrätsel ter “Baphomets Fluch” oder Mannys postmortale Käsereibe ter “Grim Fandango”.

Adventure-Spiele wie “Thimbleweed Park” – Ron Gilbert hat seit “Monkey Island” dazugelernt – lösen dies auf clevere Kunst, indem sie verschlüsselte Hints ter stropdas Spiel selbst integrieren und Spieler*invordering so ermöglichen, der Lösung einen Schritt näher zu kommen. Es muss also nicht immermeer diegene Komplettlösung sein, um vorwärts zu kommen. Es geht auch ter kleinen Dosen. Denn kalter Entzug ist ohnehin schwer zu schaffen.

Ja

zur Komplett­lösung!

Ja zur Lebenszeit!

Letzte Woche wollte ich aus der Kirche austreten, und weil ich ter München lebe, muss man dafür an sparrenboom schlimmsten Ort der Welt: ins Kreisverwaltungsreferat (KVR) ter der Pocci-Straße. Stropdas KVR ist der Endboss unter sparrenboom Behörden, verwinkelt wie Schloss Hyrule oder dieses eine Schloss da aus “Dark Souls”.

Es ist acht Uhr morgens, ich stehe im Eingangsbereich des KVR und bin schon direkt verwirrt: Muss ich jetzt ins Bürgerbüro? Oder ins Standesamt? Oder ist stropdas hier ein Fall für stropdas Finanzamt, weil, wenn wir sjabloon ehrlich sind, es hier ja nur darum geht, Steuern zu zamelen? Stropdas KVR-interne Tutorial, stropdas Verwittiging-Desk, ist nicht besetzt, also laufe ich einfach sjabloon vensterluik drauf los.

Ich irre lange durch diegene Gänge, mir stolpern unglückliche Menschen entgegen, diegene einen Haufen Zettel ter der Hand halten. “Wie wär’s eigentlich mit einem Angelschein?”, denke ich mir, mits ich nach zehn Minuten immermeer noch nicht weiter bin, aber jetzt schon zum dritten Sjabloon am Schild für “Hauptabteilung I Sicherheit und Ordnung. Gewerbe – Waffen, Jagd, Fischerei” vorbeikomme. Irgendwann diegene Erlösung: stropdas Bürgerbüro! Ich zieh eine Nummer und setze mich hin. Vor mir sind nur 95 andere dran, da habe ich noch sjabloon Glück gehabt, dass heute nicht viel los ist. Ich leeg mir einen Instant-Automaten-Kaffee, pack mein iPad aus und spiele ein bisschen “FTL”.

Anderthalb Stunden später: Endlich bin ich dran. Triumphierend zieh ich meinen Wartezettel aus der Tasche und lege ihn dem KVR-Mitarbeiter auf sparrenboom Tisch. Te fünf Minuten bin ich hier durch, dann bin ich raus aus der Kirche und vor allen Waar raus aus dem verdammten KVR. “Austritt? Da sind S’ hier falsch. Da müssen S’ zum Standesamt.”

Ich höre gar nicht mehr zu, mits der Beamte mir erklärt, wie ich jetzt mit nur dreizehn Sjabloon abbiegen und einem Gebäudewechsel zum Standesamt komme. Ich hab diegene Schnauze voll. Rage quit.

Zugegeben: Ich bin kein besonders frustresistenter Spieler. Der Grund, warum ich nicht weiß, wie stropdas Schloss ter “Dark Souls” heißt, ist, dass ich “Dark Souls” noch nie gespielt habe. Zu schwer. Zu frustig. Kein Easy Mode. Wenn ich beim Spielen irgendwo hängenbleibe, dauert es ungefähr drei Sekunden, bis ich zur Komplettlösung greife. Und ungefähr fünf, bis ich cheate.

Mein betrügerisches Gamerleben hat mir schon so einige hochgezogene Augenbrauen eingebracht. “Aber Spiele machen nochtans erst Spaß, wenn man eine werkelijke Herausforderung meistert!”, wird mir dann oft entgegnet. “Wenn ich nach 70 Stunden Aufleveln dann irgendwann diesen einen Boss ter ‘Bloodborne’ erlege, dann fühlt sich stropdas unfassbar gut an.” Eure calvinistische Arbeitsmoral ter allen Ehren, aber: Macht stropdas wirklich Spaß? Ist es wirklich so viel besser, abends von der Arbeit zu kommen und sich dann noch ter Computerspielen abzumühen?

Nein, ist es nicht. Genau wie stropdas elendige Warten beim KVR für mich auch keine “total befriedigende Erfahrung” war. Stropdas Ende des Umherirrens war nicht “totally worth it”. Ich wünschte, ich hätte eine Komplettlösung gehabt. Dann hätte ich gleich morgens diegene Schlange an Wartenden übersprungen, weil ich dann sparrenboom zweiten, “geheimen” Seiteneingang gekannt hätte. Ich wäre direkt – an allen Hochzeitspaaren und Familien vorbei – zum Standesamt gelaufen, hätte genau gewusst, welche Dokumente ich mitbringen muss und wo ich unterschreiben kann.

Diegene Beamten hätten mich ob meiner makellosen Vorbereitung angestrahlt. Einer wäre vielleicht noch so beeindruckt gewesen, dass er mir seine Handynummer auf sparrenboom Austrittswisch malt. Draußen hätte mir eine Braut dann noch ein High-Five gegeben, weil ich’s dem Apparat sjabloon so richtig gezeigt habe.

Komplettlösungen, Cheats und Guides mögen zwar ein bisschen unehrlich sein, aber sie geben mir stropdas zurück, wasgoed mir am wichtigsten ist: Lebenszeit. Denn diese Lebenszeit kann ich dann ter stropdas stecken, wasgoed mir am meisten Spaß macht: Freunde, Kunne und natürlich: noch viel mehr Videospiele. Denn während ihr euch an irgendeinem Brückentroll ter “Dark Souls” abmüht, hab ich schon längst stropdas nächste Spiel durch. Natürlich nur mit Komplettlösung.


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